WAS FÜR EINE AUFHOLJAGD – ABER KEINE PUNKTE!

Was für ein Abend in der BPM-Arena: Die EV Lindau Islanders haben gegen die Selber Wölfe einen zwischenzeitlichen 1:4-Rückstand aufgeholt und die Partie sogar zum 5:5 ausgeglichen. Am Ende mussten sich die Lindauer dem Team aus Oberfranken dennoch mit 5:7 geschlagen geben. Nach einem schwierigen ersten Drittel zeigte die Mannschaft von Headcoach Marko Šakić eine beeindruckende Reaktion und war dann über weite Strecken des Spiels das bessere Team.

Nach zwei Spielen als Backup kehrte Daniel Filimonow zunächst zwischen die Pfosten zurück. Sein Backup war am Freitagabend Anton Brandt. Außerdem kehrte Corvin Wucher nach überstandener Krankheit in den Kader zurück. Von den Memmingen Indians waren erneut Verteidiger Jakob Peukert und Stürmer Maxime Bickel mit dabei.

Die Partie begann für die Islanders mit einer kalten Dusche. Gerade einmal 23 Sekunden waren gespielt, als Brown die Gäste mit 0:1 in Führung brachte. Die Lindauer zeigten jedoch sofort eine Reaktion. In der dritten Minute war Rocco Andreacchi zur Stelle und stellte mit seinem Treffer zum 1:1 den Ausgleich her. Das erste Powerplay der Partie konnten die Islanders anschließend noch nicht nutzen. Stattdessen nutzten die Selber zwei Unachtsamkeiten in der Lindauer Defensive eiskalt aus. Tramm und Rubin trafen in der neunten und zehnten Minute innerhalb kürzester Zeit zum 1:2 und 1:3. Die Islanders fanden anschließend nur schwer zurück in die Partie. Selb blieb gefährlich und erhöhte in der 16. Minute durch Raab sogar auf 1:4. Headcoach Marko Šakić reagierte und wechselte daraufhin im Tor: Anton Brandt ersetzte Daniel Filimonow. Kurz vor der ersten Pause konnten die Islanders allerdings noch einmal ein wichtiges Zeichen setzen. In der 18. Minute traf erneut Rocco Andreacchi und verkürzte auf 2:4.

Auch der Beginn des zweiten Drittels gehörte zunächst den Gästen. In der 22. Minute erhöhte Hördler auf 2:5. Doch danach drehte sich das Spiel komplett. Die Islanders übernahmen immer mehr die Kontrolle und setzten Selb massiv unter Druck. In der 25. Minute machte Rocco Andreacchi seinen Hattrick perfekt und verkürzte auf 3:5. Immer wieder kamen die Lindauer zu gefährlichen Abschlüssen. Dass der Anschlusstreffer zunächst ausblieb, lag vor allem an Selbs Torhüter Michel Weidekamp, der seine Mannschaft mit mehreren starken Paraden im Spiel hielt. Kurz vor der zweiten Pause bekamen die Islanders noch einmal ein Powerplay zugesprochen. Im Getümmel vor dem Tor reagierte Robert Peleikis am schnellsten und schob den Puck in der 40. Minute zum 4:5 über die Linie.

Mit dem Schwung des späten Anschlusstreffers kamen die Islanders selbstbewusst aus der Kabine – und belohnten sich schnell. In der 44. Minute schlossen die Lindauer einen sehenswerten Angriff ab. Marvin Feigl setzte sich durch und traf durch die Schoner von Weidekamp zum inzwischen hochverdienten 5:5-Ausgleich.

Die BPM-Arena stand Kopf und die Islanders wollten nun endgültig die komplette Wende schaffen. Dann folgte eine bittere Phase für die Lindauer. Nach einer ersten Strafe gegen die Islanders überstanden die Gastgeber das Unterzahlspiel zunächst stark. Wenig später kam es jedoch zu einem unglücklichen Zusammenstoß: Robin Wucher traf einen Gegenspieler bei einem Check, der sich dabei verletzte. Nach der Entscheidung der Unparteiischen erhielt Wucher eine 5+Spieldauerstrafe. Selb konnte die daraus resultierende doppelte Überzahl nutzen. Tramm traf in der 50. Minute zum 5:6. Die Islanders mussten anschließend noch mehrere Minuten in Unterzahl überstehen, zeigten dabei aber erneut ein starkes Penaltykilling und hielten die Partie offen. Auch nach dem erneuten Rückstand waren die Islanders keineswegs geschlagen. Im Gegenteil: Lindau blieb die aktivere Mannschaft und drängte auf den erneuten Ausgleich. Im eigenen Powerplay hatten die Lindauer gleich mehrfach die Möglichkeit zum 6:6. Zweimal fehlte nur wenig zum Treffer oder Weidekamp war erneut zur Stelle. In einer weiteren Szene wurde Rocco Andreacchi bei einem Angriff hart getroffen. Die Lindauer forderten eine Strafe, die jedoch ausblieb. Andreacchi musste anschließend verletzt vom Eis, einfach unverständlich. Die Islanders warfen in der Schlussphase alles nach vorne und nahmen den Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis. Selb nutzte die Situation schließlich zum 5:7 durch Gelke, allerdings gab es im Vorlauf dazu auch noch ein klares Beinstellen an Bender was erneut nicht gepfiffen wurde.

Damit mussten sich die Islanders trotz einer beeindruckenden Aufholjagd geschlagen geben. Die Niederlage ist bitter, denn nach einem schwierigen ersten Drittel zeigte die Mannschaft eine starke Reaktion. Aus einem 1:4 wurde ein 5:5, die Islanders kämpften sich zurück und waren über weite Strecken der zweiten Hälfte das spielbestimmende Team.

Am Ende fehlte nach der Aufholjagd jedoch das nötige Quäntchen Glück, um die Partie komplett zu drehen.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Bereits am Sonntag, den 4. Oktober, um 17:30 Uhr geht es für die Islanders auswärts weiter. Dann wartet bei den Stuttgart Rebels die nächste Aufgabe.

EV Lindau Islanders : Selber Wölfe 5:7

TORE
VER#23 Brown, 1. Min., 0:1
EVL#13 Andreacchi, 3. Min., 1:1
VER#70 Tramm, 9. Min., 1:2
VER#34 Rubin, 10. Min., 1:3
VER#74 Raab, 16. Min., 1:4
EVL#13 Andreacchi, 18. Min., 2:4
VER#77 Hördler, 22. Min., 2:5
EVL#13 Andreacchi, 25. Min., 3:5
EVL#26 Peleikis, 40. Min., 4:5
EVL#57 Feigl, 44. Min., 5:5
VER#70 Tramm, 50. Min., 5:6
VER#92 Gelke, 60. Min., 5:7