Meisterrunde startet mit zwei schweren Prüfsteinen

Nachdem die EV Lindau Islanders am Dienstagabend beim umkämpften Derby gegen die ECDC Memmingen Indians mit einer 3:5-Niederlage als Achter die Hauptrunde der Eishockey-Oberliga Süd beendet haben, gibt es für die Mannschaft von EVL-Trainer Franz Sturm keine Verschnaufpause. Stehen doch am kommenden Wochenende bereits die beiden ersten Spiele der sich anschließenden Meisterrunde auf dem Programm. Hierfür gastieren die Islanders am Freitag, 10. Januar, um 19.30 Uhr (live auf Sprade.tv) bei den Starbulls Rosenheim. Der erste Gegner der Lindauer in der heimischen Lindauer Eissportarena am Bodensee am Sonntag, 12. Januar, 18 Uhr, ist der EC Peiting.

Islanders spielen am Freitag in Rosenheim und empfangen Peiting am Sonntag

Vor allem der Auftakt der Meisterrunde am Freitagabend bei den Starbulls Rosenheim dürfte für die EV Lindau Islanders ein hartes Stück Arbeit bedeuten. Die Oberbayern hatten zuletzt einen sehr guten Lauf, gewannen acht ihrer neun Hauptrundenspiele, kletterten in der Tabelle stetig nach oben und hatten am Dienstag sogar die Chance, im abschließenden Duell den bisherigen Tabellenzweiten Deggendorfer SC zu überrunden. Zwar mussten sich die Rosenheimer am Ende in Niederbayern mit 4:7 geschlagen geben. Doch aufgrund ihres stark besetzten Kaders zählen die Starbulls für die anstehende Meisterrunde klar zu den Topfavoriten auf einen der ganz vorderen Ränge. Was Torausbeute und Vorlagengeber anbelangt, ragen im Team von Starbulls-Headcoach John Sicinski besonders Topscorer Alexander Höller mit 46 Punkten (20 Tore, 26 Assists), Joshua Mitchell (42/9, 33), Maximilian Vollmayer (42/5, 37) und Michael Baindl (38/14, 24) heraus. Gleich dahinter rangiert der litauische Kontingentmann Tadas Kumeliauskas, der ebenfalls für seine Torgefährlichkeit bekannt ist. Angesichts der geballten Offensivkraft der Rosenheimer sind die Islanders somit mehr als vorgewarnt. In den bisherigen zwei Aufeinandertreffen der beiden Oberligisten steht es vor der dritten Begegnung unentschieden: Nach einer 1:5-Niederlage konnte der EV Lindau die Oberbayern Ende November mit 3:2 besiegen. Definitiv am kommenden Wochenende fehlen wird auf Lindauer Seite Kai Laux, der erst auf absehbare Zeit wieder ins Training einsteigen kann, wie Sascha Paul, Sportlicher Leiter der EV Lindau Islanders, berichtet. Wann EVL-Stürmer Jan Hammerbauer, der aktuell an eine Oberkörperverletzung laboriert, wieder eingesetzt werden kann, ist ebenfalls fraglich. „Wir gehen davon aus, dass die endgültige Prognose am Ende der Woche vorliegt“, so Paul.

Beim Heimspiel am Sonntag, 12. Januar, 18 Uhr, in der Eissportarena Lindau empfangen die EV Lindau Islanders den EC Peiting. Die Gäste aus Oberbayern starten vom siebten Tabellenplatz in die Meisterrunde und weisen als Tabellennachbar der Islanders aktuell sechs Punkte mehr auf. Ausgeglichen verliefen die Duelle beider Kontrahenten kurz vor Weihnachten: Ein knapper 3:2-Erfolg zum Auftakt des Wochenendes vor Heilig Abend folgte zwei Tage später ein 3:7 in Peiting. Als kleine Wundertüte entpuppte sich die Mannschaft von ECP-Headcoach Sebastian Buchwieser bei ihren fünf Siegen, aber auch fünf Niederlagen in den vergangenen Wochen. In den Reihen der Oberbayern führt Kontingentspieler Nardo Nagtzaam mit 49 Punkten (14 Tore, 35 Vorlagen) unangefochten die Scorerwertung an.

Nach zuletzt vier Niederlagen in Serie mit nur einem gewonnenen Punkt käme für Lindau ein Erfolgserlebnis genau richtig – wenngleich die Hürde in beiden Spielen überaus hoch liegt. So gesehen, hoffen die Verantwortlichen der EV Lindau Islanders auf den Überraschungseffekt am Freitagabend in Rosenheim und auf möglichst viele Zuschauer am Sonntagabend beim Heimspiel gegen Peiting. „Alles, was jetzt kommt, ist eine Zugabe. Wenn die Mannschaft ihr Potential ausspielt, dann wird sie noch einige Favoriten ärgern. Und wir als Verein können jetzt schon mit der Planung der Mannschaft für die neue Saison denken“, sagt Bernd Wucher, Erster Vorsitzender der EV Lindau Islanders mit Blick auf die anstehende Meisterrunde.

Diese wird ohne den ERC Bulls Sonthofen stattfinden. Trotz eines knappen Heimsiegs am Dienstag über den SC Riessersee mussten die Allgäuer den Selber Wölfen und Blue Devils Weiden bei der Teilnahme an der Meisterrunde den Vortritt überlassen und kämpfen fortan in der Verzahnungsrunde mit den besten Bayernligisten um den Klassenerhalt. Als zweite Mannschaft hat der Höchstadter EC die Meisterrunde verpasst. Das abgeschlagene Tabellenschlusslicht mit dem Ex-Lindauer Spieler Martin Sekera muss ebenfalls den Gang in die Abstiegsrunde antreten.

Modus der Meisterrunde

Die Meisterrunde der Eishockey-Oberliga Süd dauert vom 10. Januar bis zum 8. März. Hier spielen zehn Mannschaften, die die Hauptrunde auf den ersten zehn Plätzen abgeschlossen haben (siehe nachfolgende Tabelle) – unter Mitnahme der Punkte aus der Hauptrunde – in einer Einfachrunde mit Hin- und Rückspiel bis zum 8. März um acht zu vergebene Play-off-Plätze. Für den Neunt- und Zehntplatzierten am Ende der Meisterrunde ist die Saison 2019/2020 am 8. März beendet. „Wir haben unser Hauptziel, den Klassenerhalt erreicht. Nun können wir uns neue Ziele setzen. Uns erwarten jetzt 18 hochintensive Spiele gegen die Topteams der Liga, in denen wir ohne Druck das Bestmögliche erreichen und unsere Fans begeistern wollen“, sagt EVL-Präsident Marc Hindelang und fügt hinzu: „Wichtig ist aber vor allem, dass unsere jungen Spieler jetzt mehr Spielpraxis sammeln können. Perspektivisch ist das im Hinblick auf die neue Saison jetzt schon ganz wichtig. Für mich ist das sogar wichtiger als manches Resultat.“

Tabelle nach der Hauptrunde

 1
 2
 3
 4
 5
 6
 7
 8
9
10
11
12
ECDC Memmingen
Deggendorfer SC
Starbulls Rosenheim
Eisbären Regensburg
EV Füssen
SC Riessersee
EC Peiting
EV Lindau Islanders
VER Selb
Blue Devils Weiden
ERC Sonthofen
Höchstadter EC
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
127
153
134
141
98
121
112
100
117
105
117
67
89
114
100
113
100
101
98
130
122
132
131
163
66
60
60
54
54
51
51
45
42
41
40
12

Bildquelle: Betty Ockert