Spitzenteam aus Deggendorf kommt nach Lindau

Das vergangene Spielwochenende hat für die EV Lindau Islanders mit einem Heimsieg über Rosenheim und einer Niederlage in Regensburg geendet. In den nächsten beiden Partien warten erneut zwei Topmannschaften auf die Mannschaft von Franz Sturm. So müssen die Islanders am Freitag, 6. Dezember um 20:00 Uhr zu den Selber Wölfen. Am Sonntag, 8. Dezember um 18:00 Uhr, empfangen sie im Eichwald keinen Geringeren als den Deggendorfer SC. Der gilt als der klare Meisterschafts- und Aufstiegskandidat in der Oberliga Süd.

Am Freitag schweres Spiel in Selb

Das Auswärtsspiel in Oberfranken bei den Selber Wölfen ist das Spiel mit der weitesten Anreise für die EV Lindau Islanders. Dabei wird es wichtig sein, die Beine nach der gut 450 Kilometer weiten Fahrt schnell locker zu bekommen, um dem starken Gegner von Beginn an Paroli bieten zu können. Wie gut die spielstarken Wölfe agieren, konnte man im ersten Aufeinandertreffen in Lindau schon sehen. Hier hielten die Islanders zwar bis zum letzten Drittel recht passabel mit, dann aber spielten die Selber ihre ganze Klasse aus und gewannen verdient mit 4:1. In der Vorsaison waren die Begegnungen der beiden Teams meist knappe Angelegenheiten. Insgesamt viermal duellierten sich beide Klubs, am Ende stand es 2:2 Unentschieden. Konnten die Lindauer in der damaligen Hauptrunde beiden Partien für sich entscheiden, gingen die Spiele in der Meisterrunde an die Oberfranken.

Der momentane Topscorer der Wölfe ist der Kanadier Ian McDonald, der auch beim Hinspiel an drei von vier Toren beteiligt war. Ihm folgen in der Scorerliste Richard Gelke und Lanny Gare. Zu den drei Topscorern gesellen sich auch noch Christoph Kabitzky und der zweite Importspieler Charley Graaskamp, was die Offensivqualität der Mannschaft aus Oberfranken deutlich aufzeigt. Hier wird die Devise für die Verteidigung der Islanders sein, diese Spieler nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.

Nach dem Sieg in Lindau gab es für die von Henry Thom trainierten Wölfe aus sieben Spielen fünf Siege und nur zwei Niederlagen. Zwischenzeitlich waren die Selber sogar Tabellenzweiter. Nach drei Niederlagen in Folge stehen die Wölfe aber gehörig unter Druck. So verloren sie zu Hause gegen Memmingen mit 0:4 und auch gegen die Eisbären aus Regensburg mit 3:7. Am vergangenen Sonntag kam dann noch eine 3:7-Niederlage bei den Bulls aus Sonthofen dazu. Dementsprechend motiviert werden die Wölfe gegen die Islanders agieren, bedenkt man, dass die Lindauer nur noch zwei Punkte hinter den Wölfen liegen und diese mit einem Sieg an den Oberfranken vorbeiziehen könnten. Die Selber ihrerseits wollen den Abstand auf die Mannschaften, die um Platz 10 kämpfen, am liebsten ausbauen. Die Vorzeichen für dieses Spiel sind also besondere. Im Lager der EV Lindau Islanders hofft man nach der Niederlage in Regensburg, dass die Mannschaft eine Reaktion zeigt und an die guten Spiele wie zuvor gegen Weiden und Rosenheim anschließen kann.

Wiedersehen mit Zabolotny

Auf einen absoluten Topgegner können sich die Lindauer Zuschauer am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember, um 18:00 Uhr freuen. Zu Gast am Bodensee ist der Topfavorit der Oberliga Süd, der Deggendorfer SC. Hier kommt es zu einem Wiedersehen mit zwei ehemaligen Torhütern der EV Lindau Islanders: mit Henning Schroth, der in der Saison 2017/18 für acht Spiele den Kasten der Islanders hütete, sowie seinem Nachfolger und ehemaligen Lindauer Publikumsliebling David Zabolotny. Es ist dessen erste Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Auch im Tor der Niederbayern zeigte er, wie schon in Lindau, sehr gute Spiele und wird versuchen, seine Ex-Teamkollegen zur Verzweiflung zu bringen.

Das es aber nicht der Torhüter alleine macht, sieht man einigen Statistiken, die die Deggendorfer Dominanz aufzeigen. So hat man vor dem kommenden Wochenende nicht nur die aktuell meisten Tore geschossen (98), sondern auch die drittbeste Defensive in der Oberliga Süd und bisher nur 61 Tore kassiert. Zusammen mit Memmingen konnten sich die Niederbayern in der Tabelle ein wenig vom sehr engen Mittelfeld absetzen und liegen mit nur einem Punkt Rückstand auf die Indians auf Platz 2. Die klare Marschroute des DSC ist aber weiterhin der sofortige Wiederaufstieg in die DEL 2.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist den Deggendorfern vor der Saison auch ein absoluter Transfercoup gelungen. So konnten sie den gebürtigen Deggendorfer Thomas Greilinger davon überzeugen, vom ERC Ingolstadt aus der DEL in seine Heimatstadt zu wechseln. Greilinger, der mehr als 700 Spiele DEL-Erfahrung und über 100 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft absolviert hat, führt das Team des DSC auch als Kapitän aufs Eis. Die Nummer 39 ist derzeit der Topscorer der Oberliga Süd mit 37 Punkten. Dieser Transfer ging also bisher komplett auf, allerdings müssen die Deggendorfer seit Mitte November verletzungsbedingt auf Greilinger verzichten. Er zog sich eine Oberkörperverletzung zu und muss ca. 6 Wochen pausieren – was heißt, dass er beim Spiel am Bodensee normalerweise noch nicht wieder einsatzfähig ist. Das es aber auch ohne Thomas Greilinger geht, zeigt das ihm teamintern der neue US-Importspieler Kyle Osterberg mit 36 Punkten knapp auf den Fersen ist, was zudem auch – zusammen mit Richard Divis von den Eisbären Regensburg – aktuell Platz 2 in der Oberliga Süd Scorerwertung bedeutet.  Auch sonst ist der Kader von der Donau, der nach dem DEL2-Abstieg einen großen Umbruch erfuhr, überwiegend mit Topspielern gespickt. An der Bande hat DSC-Headcoach Dave Allison das Sagen.

Gegen die Deggendorfer wird es für die EV Lindau Islanders darauf ankommen, in der Defensive kompakt zu stehen und nicht zu viele Gelegenheiten für die Niederbayern zuzulassen. Wie das funktionieren kann, zeigten die Islanders beim Hinspiel, als man völlig überraschend einen 6:3-Sensationssieg bei den Donaustädtern einfahren konnte. Für die Lindauer war dies der Start in Spielwochenenden, an denen viele Punkte gesammelt werden konnten. Um dieses Spiel „David gegen Goliath“ eventuell erneut zugunsten des Kleinen zu entscheiden, müssen, wie schon gegen die Starbulls Rosenheim, Chancen, die sich den Islanders dann bieten, mit der vollen Konsequenz genutzt werden. Unterschätzen werden die Spieler des DSC die EV Lindau Islanders dieses Mal sicher nicht.

Wie im vergangenen Heimspiel gegen Rosenheim, wird es am Sonntag für Lindau erneut auf 60 Minuten Leidenschaft und vollen Köpereinsatz ankommen, um dem DSC womöglich ein Schnippchen zu schlagen und die Punkte am Bodensee zu behalten. Die Fans der Islanders wollen jedenfalls alles dafür geben, die Mannschaft zu unterstützen und nach vorn zu peitschen. Im Lager der Verantwortlichen hofft man, durch die erfolgreichen Spiele der vergangenen Wochen auch wieder auf einen Eishockeyboom in der Stadt, denn die Mannschaft hat nach teils grandiosen Auftritten viele Zuschauer und Fans mehr als verdient.

Bildquelle: Betty Ockert

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