Im Derby bei den ECDC Memmingen Indians stand Daniel Filimonow im Tor der EV Lindau Islanders. Verzichten mussten die Lindauer auf Zan Jezovsek, der an diesem Wochenende mit der slowenischen Nationalmannschaft im Einsatz war. Erstmals zum Kader gehörten Förderlizenzspieler Tony-Luka Pavlovic von den Bietigheim Steelers sowie Fabio Sarto von den Ravensburg Towerstars.
Das Derby begann ohne langes Abtasten und mit hohem Tempo auf beiden Seiten. Die Islanders erwischten den besseren Start und hatten die ersten beiden guten Möglichkeiten, blieben jedoch ohne Torerfolg. Memmingen zeigte sich eiskalt: Nach einem Puckverlust der weit aufgerückten Lindauer nutzten die Hausherren ihren ersten Angriff zu einem schnellen Konter, den Topscorer Brassard bereits in der 2. Minute zum 1:0 abschloss. Die Islanders ließen sich davon nicht beeindrucken, blieben am Drücker und verpassten den Ausgleich mehrfach nur knapp. Die Indians blieben ihrerseits mit schnellen Gegenstößen brandgefährlich. Eine erste Strafzeit gegen Lindau überstand das Team dank starkem Penaltykilling schadlos, kurz vor der ersten Pause musste man jedoch erneut in Unterzahl agieren.
Diese Hypothek erwies sich zu Beginn des zweiten Drittels als bitter. Die Indians nutzten das Powerplay in der 21. Minute zum 2:0, nur zwei Minuten später erhöhten sie erneut nach einem schnellen Konter durch Gams auf 3:0. Die Islanders brauchten einen Moment, um diesen Doppelschlag zu verdauen, fanden dann aber eindrucksvoll zurück ins Spiel. In der 31. Minute brachte Eetu Elo Lindau mit einem sehenswerten Schuss zurück ins Derby. Nur 60 Sekunden später folgte der nächste Treffer: Fabian Baßler hämmerte einen Schlagschuss zum 3:2-Anschluss ins Netz. Nun bestimmten die Islanders das Geschehen und drängten auf den Ausgleich, doch Indians-Goalie Justus Roth hielt sein Team mit mehreren starken Paraden im Spiel. Kurz vor der zweiten Pause bekamen die Lindauer ihr erstes Powerplay, konnten dieses jedoch nicht mehr nutzen.
Mit gut anderthalb Minuten Überzahl starteten die Islanders in den Schlussabschnitt – und belohnten sich. Lukas Bender setzte sich stark durch, ließ zwei Gegenspieler aussteigen und traf in der 41. Minute zum verdienten 3:3-Ausgleich. Doch erneut kippte das Spiel durch eine sehr umstrittene Strafzeit gegen Lindau. Memmingen nutzte das Powerplay durch Brassard zur 4:3-Führung. Die Islanders suchten anschließend sofort den erneuten Ausgleich, liefen jedoch wieder in einen Tempogegenstoß, den Lillich in der 46. Minute zum 5:3 verwertete. Lindau gab sich nicht auf, agierte offensiv aber nicht mehr mit letzter Konsequenz. Als das Trainerteam in der Schlussphase volles Risiko ging und Daniel Filimonow vom Eis nahm, nutzte Memmingen einen Fehler unserer Islanders zum Empty-Net-Treffer durch Svedlund zum 6:3-Endstand in der 57. Minute.
Trotz der Niederlage zeigten die Islanders über weite Strecken Moral und Comeback-Qualitäten in einem intensiven Derby. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht: Bereits am Sonntag (08.02., 18 Uhr) empfangen die EV Lindau Islanders den Tabellenführer Deggendorfer SC in der BPM-Arena. Ein echtes Topspiel, bei dem das Team erneut auf eine großartige Unterstützung seiner Fans zählt.
ECDC Memmingen Indians : EV Lindau Islanders 6:3
TORE
ECDC#8 Brassard, 2. Min., 1:0; 42. Min., 4:3
ECDC#71 Homjakovs, 21. Min., 2:0
ECDC#20 Gams, 23. Min., 3:0
EVL#76 Elo, 31. Min., 3:1
EVL#28 Baßler, 32. Min., 3:2
EVL#4 Bender, 41. Min., 3:3
ECDC#28 Lillich, 46. Min., 5:3
ECDC#72 Svedlund, 57. Min., 6:3