Früher Dämpfer, Starke Moral – Aber keine Punkte!

Die EV Lindau Islanders mussten sich am Sonntagabend beim EC Peiting mit 4:7 geschlagen geben. Dabei zeigten die Lindauer nach einem frühen Drei-Tore-Rückstand eine starke Reaktion, kämpften sich im zweiten Drittel bis auf 3:2 heran und machten die Partie im Schlussabschnitt noch einmal spannend. Am Ende nutzten die Gastgeber ihre Chancen jedoch konsequenter und entschieden das Spiel mit einem Treffer ins verwaiste Tor endgültig für sich.

Im Tor der Islanders begann Daniel Filimonow, als Backup stand Valentin Ankirchner bereit. Neben Ankirchner waren am Sonntagabend keine weiteren Förderlizenzspieler im Lindauer Kader.

Die Islanders hatten sich für das Auswärtsspiel in Peiting viel vorgenommen. Doch wie bereits in den vergangenen Partien gerieten die Lindauer erneut denkbar unglücklich früh in Rückstand. Bereits in der ersten Spielminute wollte Rocco Andreacchi einen Angriff der Gastgeber klären, bekam den Puck dabei jedoch unglücklich von Peitings MacKinnon an den Schläger, von wo dieser im eigenen Tor landete. Der frühe Gegentreffer brachte die Islanders zunächst aus dem Konzept. Peiting nutzte die Verunsicherung und erhöhte in der fünften Minute auf 2:0. Als die Unparteiischen in der zehnten Minute eine Strafe gegen die Lindauer aussprachen, schlugen die Gastgeber im Powerplay durch Reimer erneut zu und stellten auf 3:0. Trotz des erneuten Rückschlags versuchten die Islanders, Ruhe zu bewahren und nicht kopflos ins offene Messer zu laufen. Mit zunehmender Spielzeit arbeiteten sie sich zurück in die Partie. Eine doppelte Überzahl nach einer 2+2-Minuten-Strafe gegen Peitings Heger, der Andreas Farny unglücklich getroffen hatte, bot den Lindauern schließlich die Chance, offensiv wieder mehr Druck zu entwickeln.

Auch nach der ersten Pause blieben die Islanders dran und erspielten sich gute Möglichkeiten. Doch zunächst wollte der Puck einfach nicht ins Tor: Gleich zweimal rettete der Pfosten und auch ECP-Torhüter Oswald verhinderte mit starken Paraden den ersten Lindauer Treffer. Die engagierten Angriffe gaben der Mannschaft jedoch sichtbar Selbstvertrauen – es fehlte lediglich die Belohnung für den Aufwand. In der 33. Minute war es dann so weit: Marcus Marsall verkürzte auf 3:1 und brachte die Hoffnung endgültig zurück. Die Islanders erhöhten den Druck und drängten Peiting zunehmend ins eigene Drittel. Als sich in der 36. Minute die nächste Powerplay-Gelegenheit bot, nutzte Lukas Bender diese mit einem sehenswerten Schuss zum 3:2-Anschlusstreffer. Spätestens jetzt waren die Lindauer wieder voll im Spiel. Kurz vor der zweiten Pause lag sogar der Ausgleich in der Luft, doch Oswald war erneut zur Stelle und rettete seiner Mannschaft die knappe Führung.

Mit viel Schwung kamen die Islanders aus der zweiten Pause und drängten auf den Ausgleich. Doch erneut fehlte im entscheidenden Moment das nötige Glück. Statt des möglichen 3:3 schlug Peiting im Gegenzug zu: Briere stellte in der 44. Minute auf 4:2. Die Lindauer ließen sich davon zunächst nicht entmutigen und suchten weiter den Weg nach vorne. Doch als Heger vor dem Tor abzog, wurde der Puck von einem eigenen Mitspieler unglücklich und für Filimonow unhaltbar abgefälscht – das 5:2 für Peiting. Nur zwei Minuten später nutzte Briere die sich bietenden Räume und erhöhte auf 6:2. In der Schlussphase wurde es in einer über weite Strecken fairen Partie auf dem Eis noch einmal hitzig. Zunächst mussten Noah Kane und Peitings Marcus Gretz nach einer Auseinandersetzung jeweils für fünf Minuten auf die Strafbank. Eine weitere Szene zwischen Peitings Gohlke und Marcus Marsall ahndeten die Unparteiischen anschließend mit jeweils einer 5-Minuten-Strafe plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Beide Szenen wurden aus unserer Sicht zu hart bewertet auf beiden Seiten. Als der sportliche Teil wieder in den Mittelpunkt rückte, setzten die Islanders noch einmal ein Zeichen. Corvin Wucher wurde bei einem Konter nur durch ein Foul gestoppt und verwandelte den fälligen Penalty in der 57. Minute eiskalt und sehenswert zum 6:3. In der 59. Minute legte Rocco Andreacchi mit dem 6:4 nach und sorgte noch einmal für Spannung. Mit gezogenem Torhüter und vollem Risiko warfen die Lindauer in der Schlussphase alles nach vorne. Peiting nutzte das verwaiste Tor schließlich durch Briere zum 7:4-Endstand.

Auch wenn die Islanders in Peiting erneut zu viele Gegentreffer hinnehmen mussten, zeigte die Mannschaft nach dem frühen 0:3-Rückstand Moral und kämpfte sich eindrucksvoll zurück in die Partie. Die starke Phase im zweiten Drittel und die späte Aufholjagd reichten am Ende jedoch nicht aus, um Punkte mit an den Bodensee zu nehmen.

Viel Zeit, die Niederlage aufzuarbeiten, bleibt nicht: Bereits am Dienstag, den 13. Oktober, geht es für die Islanders in der heimischen BPM-Arena weiter. Um 19:30 Uhr empfangen die Lindauer den EV Füssen und wollen vor eigenem Publikum die nächste Gelegenheit nutzen, um eine Reaktion zu zeigen.

EC Peiting : EV Lindau Islanders 7:4

TORE
ECP#27 MacKinnon, 1. Min., 1:0
ECP#24 Heger, 5. Min., 2:0
ECP#34 Reimer, 10. Min., 3:0
EVL#42 Marsall, 33. Min., 3:1
EVL#4 Bender, 36. Min., 3:2
ECP#16 Briere, 44. Min., 4:2
ECP#24 Heger, 51. Min., 5:2
ECP#16 Briere, 53. Min., 6:2
EVL#16 C. Wucher, 57. Min., 6:3
EVL#13 Andreacchi, 59. Min., 6:4
ECP#16 Briere, 60. Min., 7:4