Was für ein Eishockeyabend in der BPM-Arena! Die EV Lindau Islanders haben sich in einer packenden Partie mit 5:4 nach Verlängerung gegen die Tölzer Löwen durchgesetzt und damit nicht nur den dritten Heimsieg in Folge gefeiert, sondern auch erstmals in dieser Saison ein Topteam der Oberliga Süd bezwungen. Nach einem furiosen Start, einer zwischenzeitlichen Führung und einem turbulenten Schlussdrittel bewiesen die Lindauer Nervenstärke. Rocco Andreacchi wurde in der 65. Minute mit seinem Treffer in Überzahl zum Matchwinner.
Im Vergleich zum Auswärtsspiel bei den Erding Gladiators gab es bei den Islanders keine Veränderungen im Kader. Daniel Filimonow stand erneut zwischen den Pfosten, Valentin Ankirchner war sein Backup. Neuzugang Arturs Kruminsch feierte nach seinem Debüt in Erding nun auch seinen ersten Auftritt vor heimischem Publikum.
Die Islanders kamen mit viel Schwung und Energie aus der Kabine und legten einen Start nach Maß hin. Bereits in der zweiten Spielminute brachte Rocco Andreacchi die Lindauer mit 1:0 in Führung. Nach schöner Vorarbeit von Chris Grando und insbesondere Arturs Kruminsch musste Andreacchi nur noch vollenden. Die Islanders blieben direkt am Drücker und legten nur 42 Sekunden später nach. Andreas Farny leitete einen schnellen Konter ein und schickte Timo Gams auf die Reise. Dieser bediente Marvin Feigl mustergültig, der in der dritten Minute auf 2:0 erhöhte. Die BPM-Arena war früh auf Betriebstemperatur und die Islanders hatten dem favorisierten Gegner zunächst einiges entgegenzusetzen. Im weiteren Verlauf fanden die Tölzer Löwen allerdings besser in die Partie und setzten die Lindauer zunehmend im eigenen Drittel fest. In der 16. Minute kamen die Gäste dann mit einem Doppelschlag zurück. Zunächst verkürzte Schönberger auf 2:1, kurze Zeit später stellte Sahanoglu auf 2:2. Dem ersten Treffer ging ein harter Bandencheck voraus, der ungeahndet blieb. Beim Ausgleich hatten die Islanders zudem Pech: Der Puck wurde unglücklich über die Kufen beziehungsweise den Schlittschuh von Daniel Filimonow ins Tor gelenkt. Kurz vor der ersten Pause erhielten die Lindauer ihr erstes Powerplay des Abends. Trotz guter Abschlüsse gelang es ihnen zunächst nicht, die erneute Führung zu erzielen. So ging es nach einem ereignisreichen ersten Drittel mit einem Unentschieden in die Kabinen.
Die erneute Lindauer Führung ließ im zweiten Spielabschnitt nicht lange auf sich warten. Nachdem beide Mannschaften wieder komplett waren, schlossen die Islanders einen sehenswerten Angriff erfolgreich ab. In der 22. Minute traf Andreas Farny zum 3:2. Auch die Vorarbeit von Tony-Luka Pavlovic war dabei hervorragend herausgespielt. In der Folge mussten die Lindauer gleich mehrfach in Unterzahl bestehen. Das war gegen die Tölzer Löwen eine besondere Herausforderung, zählen die Gäste doch zu den gefährlichsten Powerplay-Mannschaften der Oberliga Süd. Das Lindauer Penaltykilling präsentierte sich jedoch aufmerksam und kämpferisch und überstand beide Situationen ohne Gegentreffer. Zwar jubelten die Tölzer bei ihrem zweiten Überzahlspiel kurzzeitig über einen Treffer, doch nach Videobeweis wurde dieser wegen eines vorausgegangenen Handspiels aberkannt. Die Islanders hatten damit auch das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite, verdienten sich das Ergebnis aber vor allem durch konsequente Defensivarbeit und ein starkes Unterzahlspiel. Ansonsten entwickelte sich ein ausgeglichener zweiter Spielabschnitt. Die Gäste kamen durch ihre Überzahlmöglichkeiten zu mehr Abschlüssen, doch beide Teams verteidigten aufmerksam und ließen bis zur zweiten Pause keine weiteren Tore zu. Damit nahmen die Islanders ihre knappe Führung mit in den Schlussabschnitt.
