Vorzeitige Bescherung gegen Selb

  • in

Eine vorzeitige Bescherung gab es für die Fans der EV Lindau Islanders. Denn eingeplant waren die überraschenden Punkte gegen die Selber Wölfe nicht. Verdient war das 3:1 (0:0, 2:0, 1:1) gegen Tabellendritten aber allemal.

„Eine konzentrierte Teamleistung über 60 Minuten“, war für Trainer Dustin Whitecotton ausschlaggebend für den Erfolg gegen die Oberfranken, die sich selten so entfalten konnten, weil der EVL den Gegner während der kompletten Spielzeit beschäftigte. „Der Mut hat sich ausgezahlt“.

Bei besserer Chancenverwertung hätten die Lindauer das Spiel sogar noch früher für sich entscheiden können. So hatten sie schon im ersten Durchgang einige Powerplay- Chancen, nach acht Minuten sogar mit zwei Mann mehr, aber Selbs ausgezeichneter Torhüter Niklas Deske verhinderte ein Lindauer Tor. Jeff Smith mit einem Direktschuss (9.) und später Florian Lüsch per Rückhand (15.) hatten die besten Chancen für die Gastgeber. Während Selb durch Achim Moosberger und Dominik Müller eine Führung verpasste.

Auch im zweiten Durchgang war es das konzentrierte Defensivspiel, gepaart mit schnellem Umschalten nach vorne, das den Tabellendritten selten druckvoll ins Spiel kommen ließ. Stets waren die Islanders hellwach und behielten auch bei brenzligen Szenen den Überblick. Nicht nur im eigenen, sondern auch im gegnerischen Drittel. So fiel dann auch das 1:0 in der 24. Minute, als Andreas Farny einen Querpass von Jeff Smith aus kurzer Distanz ins Tor donnerte.

Das gab den Lindauern noch mehr Selbstvertrauen, während der Favorit seine Ordnung verlor. Hier setzten die Gastgeber nach und erhöhten fünf Minuten später auf 2:0. Einmal mehr war es Smith, der mit sich die Scheibe im Backchecking eroberte, Lüsch bediente, dessen Versuch zunächst erfolglos war, ehe der starke Farny im Nachschuss seinen Doppelpack schnürte. Auch wenn die Gäste danach versuchten, ins Spiel zurück zu kommen und etwas druckvoller agierten, gerieten die Islanders selten in Gefahr. Die beste Chance zum Anschluss hatte Landon Gare in der 36. Minute in Überzahl, die aber der erneut sehr gute David Zabolotny zunichtemachte.

Auf der anderen Seite hatten die Lindauer gleich zweimal die Chance, ein drittes Tor zu erzielen. In derselben Unterzahl hatte Simon Klingler einen Alleingang, bei dem er an Deske scheiterte. Kurz vor der Sirene war es dann Michal Mlynek, der den Puck nicht im leeren Tor unterbrachte. „Eine dieser Chancen hätten wir nutzen müssen“, sagte Whitecotton. „Gut, dass sich das nicht gerächt hat.“

Denn die Islanders holten Versäumtes sofort im Schlussabschnitt nach. Auch dies war ein Treffer, der den Willen und die Entschlossenheit des EVL zeigte. Nach nur 52 Sekunden behauptete Smith in Bedrängnis den Puck in der Ecke, Farny übernahm und bediente überlegt Lüsch, der auf 3:0 stellte. Mit dieser beruhigenden Führung im Rücken, ließen die Islanders vor 540 begeisterten Zuschauern nichts mehr anbrennen. Zwar rannten die Wölfe mit Nachdruck an, aber auch wenn Ian MacDonald in der 46. Minute nur den Pfosten traf, hatten sogar die Gastgeber bei ihren Kontern bessere Chancen. In der Schlussphase verpasste Smith knapp und Tobi Fuchs‘ Hammer von der blauen Linie sprang von der Unterkante der Latte vor die Linie. Wären die Islanders weniger verspielt gewesen, hätten sie noch Tore nachlegen können. So war es dann eine Unkonzentriertheit, die Jared Mudryk 19 Sekunden vor Schluss das 3:1 ermöglichte.

Dies war zwar ärgerlich für Keeper Zabolotny und die Lindauer Hintermannschaft – die Freude trübte dies allerdings nicht, denn mit diesen drei Zählern hatte im Vorfeld niemand gerechnet. Vor allem die Art und Weise, wie sie errungen wurden, war dank der reifen und konzentrierten Leistung bravourös.

EV Lindau Islanders – Selber Wölfe 3:1 (0:0, 2:0, 1:1). Tore: 1:0 (23:37) Farny (Smith); 2:0 (28:23) Farny (Lüsch, Smith), 3:0 (40:52) Lüsch (Farny, Smith), 3:1 (59:41) Mudryk (Müller). Strafen Lindau 6 – Selb 18 + 10 Disziplinar (Gare). Zuschauer 540.