Trotz 1:5 – Ansätze waren zu sehen

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Das Ergebnis war deutlich beim ersten Auftritt der EV Lindau Islanders in der Oberliga Süd. 1:5 (1:2, 0:1, 0:2) unterlagen die Lindauer beim ERC Sonthofen, zeigten dabei aber einige gute Ansätze.

Ist es möglich nach einer so deutlichen Auftakt – Niederlage nicht frustriert zu sein. „Ja“, sagt EVL- Trainer Dustin Whitecotton, denn einerseits habe ich einiges Gutes gesehen und auf der anderen Seite waren wir in einigen Szenen nicht wirklich vom Glück verfolgt.“ In der Tat kamen ersten drei Treffer der Bulls durch Abpraller oder abgefälschte Schüsse zustande, wobei Whitecotton auch klar stellte, dass man sich solche Tore auch erst einmal erarbeiten muss. „Im Bereich, wo es weh tut, war Sonthofen bereit mehr zu tun als wir.“

Dabei hatten die Islanders einen perfekten Start in die Partie, die wegen des starken Zuschauerinteresses (1048 wollten das Allgäu-Bodenseederby sehen), zehn Minuten später begann. Zwar mussten sie nach 35 Sekunden schon die erste Unterzahl überstehen, das gelang gut und auch die „Umgewöhnung“ auf gutes Eis vollzogen die Gäste schnell. Nach 7 Minuten war es Miroslav Jenka, der die Scheibe schnell auf Außen zu Andreas Farny brachte, der ins gegnerische Drittel eindrang, dort zur Mitte zog, ERC Torhüter Patrick Glatzel ausguckte und zum 0:1 einschoss.

Die Reaktion der Bulls folgte prompt. Schon eine Minute später hatte Marc Sill bei einem schnellen Gegenzug die Ausgleichschance, aber der erst 18 Jahre alte Lindauer Torhüter Nils Velm parierte in seinem ersten Pflichtspiel auf Seniorenebene klasse. Auch im weiteren Verlauf hatte Velm einiges zu tun, denn Sonthofen erhöhte den Druck, die Lindauer zeigten aber auch immer wieder gute Ansätze im Umschaltspiel. „Leider haben wir versäumt nachzulegen, denn in der Überzahl nach dem 0:1 hatten wir mehrere zwei-auf-eins Situationen, aus denen wir nichts gemacht haben“, haderte Whitecotton mit der Chancenverwertung.

In dieser Hinsicht waren die Bulls konsequenter und zeigten in der 10. Minute wie man mit Zug zum Tor spielt. Martin Guth scheiterte zwar beim schnellen ERC Gegenzug an Velm, Daniel Rau drückte aber den Abpraller über die Linie. Anschließend brannte es mehrfach lichterloh vor dem EVL- Tor. Velm musste gleich dreimal aus kurzer Distanz gegen Chris Stanley & Co abwehren. 64 Sekunden vor der Drittelpause war aber auch er dem Ansturm der Bulls nicht gewachsen. Erneut herrschte viel Betrieb vor dem Tor, ein Schuss von der Seite prallte vor den einschussbereiten Schläger von Martin Guth, der die Islanders mit einem Rückstand in die Drittelpause schickte.

Umso beeindruckender war, wie die Lindauer aus der Kabine kamen. In den ersten zehn Minuten schnürten sie die Gastgeber teilweise regelrecht in der deren Drittel ein und hatten durch Zdenek Cech, zweimal Charlie Adams und Philipp Gejerhos in Überzahl gute Möglichkeiten, die der ausgezeichnete Bulls- Keeper Patrick Glatzel aber allesamt abwehrte. „In der Phase hätte Lindau sogar die Führung verdient gehabt“, sagte ERC- Trainer Heiko Vogler. „So richtig wach wurden wir erst wieder nach der Spieldauer- Disziplinarstrafe gegen uns.“

Zu diesem Zeitpunkt führten die Bulls allerdings bereits mit 3:1. Nach einem nicht geahndeten Kniecheck gegen Charlie Adams kam es zu einer Auseinandersetzung in deren Folge die Islanders in Unterzahl agieren mussten und durch einen erneut abgefälschten Schuss von Guth dafür bitter bestraft wurden (34.).

Der nächste Schock folgte eine Minute später, als Maximilian Hadraschek Philip Gejerhos von hinten checkte und der EVL- Verteidiger kopfüber in die Bande stürzte. Minutenlang musste Gejerhos behandelt und dann auch mit einer Trage vom Eis gebracht werden. Hier wurden schlechte Erinnerungen an das vergangene Jahr wach, als Martin Sekeras Karriere durch einen Halswirbelbruch nach einem Check, endete. Gejerhos wurde anschließend zur Untersuchung ins Krankenhaus nach Immenstadt gebracht, die ersten Diagnosen gaben aber Entwarnung. Die Ausfalldauer ist unklar.

Bis zum Ende des Drittels agierten die Lindauer dann ein wenig im Schockzustand und brachten in der Fünfminütigen Unterzahl kaum etwas zustande. Die Bulls hatten nicht nur in Glatzel einen hervorragenden Torhüter, sondern machten die Räume vor dem Tor eng und blockten viele Schüsse. „In den wichtigen Phasen des Spiels trafen wir zu oft falsche Entscheidungen, haben gepasst anstatt zu schießen und umgekehrt“, bemängelte Whitecotton. Dazu war der Trainingsrückstand der Lindauer, bei denen unter der Woche erneut eine Einheit ausfallen musste, in Überzahl deutlich sichtbar.

Während sich die Islanders mühten, machten die Gastgeber die Tore. Nach 43 Minuten nutzte Fabio Carciola einen Scheibenverlust des EVL im eigenen Drittel und drosch den Puck förmlich zum 4:1 ins Tor. Vier Minuten vor dem Ende sorgte ein Powerplaytor von Marc Sill noch für den etwas zu hohen Endstand, der aber die größere Konsequenz der Allgäuer unterstreicht. Das offizielle Schussverhältnis lautete am Ende 35:31 und genau diese vier Schüsse mehr fanden auch den Weg ins Lindauer Tor.