Sensation knapp verpasst

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Nur hauchdünn schrammten die EV Lindau Islanders an einer Sensation vorbei. Beim DEL2- Absteiger SB Rosenheim führten die Islanders nach einer großartigen Leistung mit 3:1, mussten sich dem Favoriten am Ende aber doch mit 3:5 (1:1, 1:0, 1:4) geschlagen geben.

Zwar hatten die Islanders einige Anlaufschwierigkeiten um vor 2019 Zuschauern ins Spiel zu kommen und gerieten auch schon nach fünf Minuten durch Simon Heidenreich ins Hintertreffen. Danach fighteten sie, obwohl erneut ersatzgeschwächt und ohne vier Stammspieler angetreten (Jeff Smith kehrte zwar zurück, dafür fiel Sascha Paul aus), zurück. Die Belohnung erfolgte in der 16. Minute, als Florian Lüsch einen Traumpass von Tobi Fuchs aufnahm und eiskalt zum Ausgleich im Tor versenkte. Für den Stürmer war es bereits der achte Saisontreffer. Jeff Smith hatte sogar noch die Chance zur Führung, scheiterte aber knapp.

In der Folge agierten die Islanders mit den Star Bulls auf Augenhöhe, ließen wenig zu, hatten dabei in David Zabolotny zudem einen sehr guten Rückhalt. Fünf Sekunden vor der Drittelpause erzielten die Islanders sogar die kuriose Führung. Nachdem die Scheibe irgendwo zwischen den Schonern von SBR Goalie Lukas Steinhauser frei lag, stocherte sie Tim Brunnhuber über die Linie, was Hauptschiedsrichter Markus Wohlgemuth aber nicht anerkannte. Mit der Pausensirene wurde er aber von seinen Assistenten darauf hingewiesen, dass es sich um einen regulären Treffer handelte. So mussten die Rosenheimer, die schon in Richtung Kabine gelaufen waren zurück auf das Eis, um die letzten fünf Sekunden zu Ende zu spielen.

Dieser Treffer hatte den Absteiger wohl Konzentration gekostet, denn auch nach der Pause war der EVL das wachere Team. Nach nur 55 Sekunden eroberte sich Jeff Smith die Scheibe, startete durch und traf aus spitzem Winkel sogar zum 3:1 für die Gäste. Die hatten sogar die Chance zu einem vierten Treffer, aber Lüsch traf freistehend nur den Außenpfosten.

Es folgte dann leider das, was im Sport dann häufig vorkommt. Im Gegenzug stand Daniel Bucheli plötzlich frei und traf zum schnellen Anschlusstreffer. Diese Augenblicke veränderten das Spiel total – leider zuungunsten der Lindauer. Rosenheim spielte nun seine individuelle Klasse aus und hatte dann auch das notwendige Scheibenglück. Nur 15 Sekunden später fiel die von der Bande zurückprallende Scheibe vor den Schläger von Fabian Zick, der den Puck zum 3:3 über die Linie drückte.

Auch wenn der SBR danach weitere Chancen hatte, die Zabolotny glänzend vereitelte, so war doch mindestens ein Punktgewinn drin für die tapferen Islanders, vor allem, da sie noch eine knappe Minute doppelte Überzahl hatten. Hier spielte Rosenheim aber seine ganze Klasse aus und ließ im gesamten Spiel kein Lindauer Powerplaytor zu.

Umgekehrt nutzte der SBR sein drittes Überzahlspiel zur Führung durch Manuel Neumann, der vier Minuten vor dem Ende im Gewühl vor dem Lindauer Tor die Scheibe zum 4:3 unter die Latte schoss. „Leider sind uns im zweiten Spiel gegen ein Top Team mit kleinem Kader die Kräfte ausgegangen“, sagte EVL- Team- Manager Sebastian Schwarzbart. „Sonst hätten wir die Sensation schaffen können.“

Zweimal noch konnten die Islanders mit einem Mann mehr agieren, kamen aber nicht mehr entscheidend zum Zug, während Bucheli 19 Sekunden vor Schluss mit seinem Schuss ins leere Tor alles klarmachte und die Islanders ohne Punkte in die Deutschland- Cup Pause schickte

SB Rosenheim – EV Lindau Islanders 5:3 (1:1, 0:1, 4:1). Tore: 1:0 (04:55) Heidenreich (Nättinnen, Neumann), 1:1 (15:38) Lüsch (Fuchs, Gejerhos); 1:2 (39:55) Brunnhuber (Laux, Mlynek); 1:3 (40:55) Smith (Brunnhuber, Mlynek); 2:3 (44:13) Bucheli (Nättinnen, Neumann); 3:3 (44:28) Zick (Wenzel); 4:3 (56:01)  Neumann (Baindl – PP1), 5:3 (59:41) Bucheli (Draxinger, Lammassaari – ENG). Zuschauer 2019. Strafen: Rosenhei 14 – Lindau 6.