Sensation knapp verpasst

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Nur hauchdünn verpassten die EV Lindau Islanders eine Sensation. Bei Tabellenführer Deggendorfer SC unterlagen die Lindauer nur knapp mit 3:4 (3:0, 0:2, 0:2), nachdem sie mit 3:0 geführt hatten.

Bis sieben Minuten vor dem Ende durften die Lindauer noch immer auf einen überraschenden Punktgewinn hoffen, dann machte DSC Stürmer Robert Peleikis mit einer überragenden Einzelaktion den Treffer zum 4:3. „Irgendwann war die individuelle Klasse des Tabellenführers nicht mehr zu verteidigen, obwohl wir alles versucht haben“, sagte EVL- Präsident Marc Hindelang. „Auch wenn Deggendorfs Sieg in Ordnung geht ist es schade, dass der Treffer zu einer Phase fiel, als wir uns wieder gefangen hatten.“

Denn nach der überraschenden 3:0 Führung der Lindauer nach dem ersten Drittel drehte das heimstärkste Team der Liga auf und erdrückte die Islanders schier. Allein im zweiten Durchgang lautete die Schussbilanz 23:1 für die Niederbayern. Allerdings trugen die Gäste auch zu dieser Überlegenheit bei. „Ich kann mir nicht erklären, warum wir im zweiten Drittel so ängstlich waren“, sagte Trainer Dustin Whitecotton. In der Tat war das nicht nötig, davor und auch nach dem 3:3 bewies der EVL durchaus, dass er dem Favoriten weh tun konnte.

Der hatte zwar auch im ersten Drittel einige hochkarätige Chancen, verpasste zweimal das leere Tor (2. Und 6. Minute) und scheiterte mit drei Alleingängen am überragenden Lindauer Torhüter Nils Velm (8., 10., 16.), aber mit dem 0:1, das Andreas Farny in der 9. Minute mit einem satten Flachschuss nach einem Konter erzielte, begann Deggendorf, Wirkung zu zeigen. Die Islanders standen gut in der neutralen Zone, nahmen so den Schwung aus dem DSC Spiel und verteidigten konsequent. Daraus ergaben sich immer wieder Chancen nach vorne, die die Lindauer in der Schlussphase des Drittels nutzten. So scheiterten Adrian Kirsch und Michal Mlynek in der 18. Minute zunächst noch aussichtsreich, allerdings nutzte Mlynek die Nachschusschance und schoss aus seitlicher Position und unmöglichem Winkel Torhüter Daniel FIlimonov an, vom der Puck zum 0:2 ins Tor prallte. Nur 53 Sekunden später nutzte Simon Klingler die Unordnung im gegnerischen Drittel, passte auf Sacha Paul, der FIlimonov umkurvte und sogar zum 0:3 einschoss.

Für Filimonov war es die letzte Aktion – er wurde gegen Cody Brenner ausgetauscht – und für die Islanders das letzte Tor. Deggendorf erhöhte den Druck immer weiter, spielte wesentlich aggressiver und riss immer wieder Lücken in die Lindauer Hintermannschaft. „Sie haben uns konsequent den Schneid abgekauft“, sagte Hindelang. „Wenn eine solche Mannschaft auf allen Zylindern läuft, ist sie nur schwer aufzuhalten.“ Bis zur 27. Minute hielt das Abwehrbollwerk, dann war Dimitri Litesov im Nachschuss zum 1:3 erfolgreich, dem nur zwei Minuten später der Anschluss folgte. Vom Bully kam der Puck zurück zu Andreas Gawlik, der von der blauen Linie flach traf. Velm war dabei komplett die Sicht genommen.

Danach behielt der Lindauer Torhüter im Dauerbeschuss aber die Übersicht, auch wenn sich teilweise turbulente Szenen vor dem Lindauer Tor abspielten, weil der EVL kaum noch Entlastung schaffte. Diese hätte es womöglich geben können, wenn ein Check gegen den Kopf gegen Sascha Paul kurz vor der Pause geahndet worden wäre. Und auch mit der Strafe, die kurz nach Wiederbeginn zum Powerplay vor dem 3:3 führte haderten die Gäste, die die Behinderung nicht von, sondern an Kai Laux gesehen hatten. Diese Kleinigkeit machte den Unterschied aus. Zwar hatte Jeff Smith in Unterzahl sogar eine Möglichkeit zum 2:4, im Gegenzug war es dann aber wieder ein Tor, bei dem Velm durch den vielen Verkehr vor dem Tor die Sicht genommen wurde, so dass der Schlenzer von Milos Vavrusa zum 3:3 ins Tor fiel (43.).

Etwas Positives hatte der Treffer. „Wir waren danach wieder da“, sagte Whitecotton. Die Reaktion seines Teams war in Ordnung, es bot dem Tabellenführer mehr Paroli und hatte durch Tobi Fuchs sogar zehn Minuten vor dem Ende die Chance in Führung zu gehen. Danach war es aber die Einzelaktion von Peleikis, die die Lindauer punktlos bleiben ließ, obwohl sie in der Schlusssekunde, als sie den Torwart vom Eis nahmen noch die Ausgleichschance hatten. So konnten die Islanders mitnehmen, dass sie Deggendorf lange Paroli geboten hatten und sich vor keinem Team der Oberliga Süd verstecken müssen. Das sollte Selbstvertrauen für die schweren Derbys gegen Sonthofen geben.

Deggendorfer SC – EV Lindau Islanders 4:3 (0:3, 2:0, 2:0). Tore: 0:1 (08:10) Farny (Smith, Qauile), 0:2 (17:49) Mlynek (Kirsch, Fuchs), 0:3 (18:42) Paul (Klingler, Wenter), 1:3 (26:26) Litesov (Wiederer, Gawlik); 2:3 (28:23) Gawlik (Jirik, Wiederer); 3:3 (42:03) Vavrusa (Leinweber, Janzen A. – PP1); 4:3 (53:00) Peleikis (Janzen S., Janzen A.). Strafen: Deggendorf 10 – Lindau 10 + 10 Disziplinar (Lüsch). Zuschaue 1161.