Sensation gegen Rosenheim

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Damit hatten wohl nur die kühnsten Optimisten gerechnet: Dank ihrer besten Saisonleistung rangen die EV Lindau Islanders Tabellenführer SB Rosenheim mit 3:2 (0:0, 1:2, 1:0, 1:0) nach Verlängerung nieder und feierten damit ihren zweiten Sieg in Folge.

Als Andreas Farny nach einer Minute und 17 Sekunden der Verlängerung einen Pass von Dylan Quaile zum Siegtreffer ins Rosenheimer Tor abfälschte, wackelte der Eichwald, gab es kein Halten mehr bei den 870 Eishockey- Fans. Die Islanders hatten es geschafft und zwei Punkte gegen den haushohen Favoriten errungen, dank einer kämpferisch und taktisch großartigen Leistung.

„Das war kein Zufallssieg. Wie die Mannschaft heute aufgetreten ist, war großartig. Deshalb hat sie sich diesen Sieg auch verdient“, sagte EVL- Vorsitzender Bernd Wucher nach dem dramatischen Abend, an dem die Lindauer sogar einen 0:2 Rückstand drehten. Bezeichnend für den Siegeswillen der Islanders war, dass sie nach den schnellen Treffern von Jussi Nättinen und Thomas Reichel innerhalb von nur 72 Sekunden in der 22. und 23. Minute nicht einbrachen und dagegenhielten.

Beide Gegentreffer kamen durch Nachschüsse nach abgeprallten Scheibe zustande, die die Islanders nicht klären konnten. Dies war aber ein Einzelfall. „Wir haben heute wenig Schüsse zugelassen und enorm viele Schussversuche geblockt“, lobte Dustin Whitecotton das Abwehrverhalten seines Teams, in dem Florian Lüsch gesperrte und Zdenek Cech sowie Kai Laux verletzt fehlten, Miroslav Jenka aber nach seiner Verletzung wieder mit dabei war.

Mit großer Disziplin, Biss und Tempo setzen die Lindauer davor und danach dem Tabellenführer immer wieder zu, hatten über die komplette Spielzeit hinweg auch mehr Torschüsse als der SBR (32:29) und zum Teil auch die klareren Chancen. Allerdings hätten die Gäste die Partie mit einem dritten Tor in ihre Richtung steuern können – das aber verhinderte der wieder großartige David Zabolotny. So konnten die Lindauer bei ihrer Linie bleiben und selbst Akzente setzen. SO war es die dritte Reihe des EVL, die die Hausherren wieder ins Spiel zurück brachte. Adrian Kirsch eroberte die Scheibe in der neutralen Zone, bediente Marco Miller, der über rechts ins gegnerische Drittel zog, wo Sascha Paul hart zum arbeitete und unter die Latte abschließen konnte (34.).

Spätestens jetzt agierten die Lindauer wieder wie im ersten Drittel auf Augenhöhe mit dem stark und ausgeglichen besetzten DEL2- Absteiger. Auch ein von Jeff Smith vergebener Penalty ließ die Islanders nicht mehr in Zweifel geraten. Belohnt wurde die harte Arbeit des EVL nach 73 Sekunden des Schlussdrittels. Simon Klinglers harten Schuss, konnte SBR- Goalie Lukas Steinhauer zwar abwehren, aber hinter dem Tor nahm Michal Mlynek die Scheibe auf und brachte sie von der Seite irgendwie via der Schoner des Torhüters zum vielumjubelten Ausgleich über die Linie.

Danach sahen die Zuschauer einen mitreißenden Fight zwischen David und Goliath, bei dem beide Teams zeigten, dass sie einen Dreier wollten. Marco Miller hatte dabei die beste Lindauer Chance, als er in Unterzahl nur ganz knapp scheiterte (46.). In der Schlussphase, als die Lindauer noch zweimal mit einem Mann weniger agieren mussten, hätte aber auch der SBR den Siegtreffer erzielen können – der Druck der Gäste war jeweils groß. Die Islanders schafften nur wenig Entlastung, hätten aber in der letzten Minute auch noch den Sieg erzielen können, aber Mlynek verpasste die Entscheidung, die Farny dann wenig später nachholte.

Zwei Punkte für Lindau, einer für Rosenheim – das war absolut gerecht. Vor allem waren es für die Islanders zwei Bonuspunkte, die sich im Lauf der Saison noch als sehr wertvoll herausstellen könnten.

Die Statistik:

EV Lindau Islanders – SB Rosenheim 3:2 (0:0, 1:2, 1:0, 1:0) n.V. Tore: 0:1 (21:42) Nättinen (Daxlberger, Neumann), 0:2 (22:54) Reichel, Lammassaari, Baindl), 1:2 (33:07) Paul (Miller, Kirsch), 2:2 (41:13) Mlynek (Klingler, Brunnhuber), 3:2 (61:17) Farny (Quaile, Smith). Strafen: Lindau 14 – Rosenheim 14.  Zuschauer 870