Im Play-Off-Viertelfinale gegen Schönheide

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Im Endspiel um den Gruppensieg in der Verzahnungsrunde zwischen Oberliga Süd und Bayernliga haben die EV Lindau Islanders den Kürzeren gezogen. Gegen den EHC Waldkraiburg verloren die Lindauer verdient mit 2:3 (0:1, 1:2, 1:0) und treffen nun im Play-Off Viertelfinale um den Klassenerhalt auf den EHV Schönheide.

Relativ früh war die Konstellation klar. Da sich in der anderen Gruppe Schönheide auf dem Weg zu einem sicheren Sieg gegen Memmingen befand und damit Platz Drei fixierte, konnten beide Teams nur mit einem Sieg die weitest mögliche Auswärtsfahrt vermeiden. Zusätzlich Motivation für Waldkraiburg war die Aussicht auf das Derby mit Nachbar Dorfen – und das kitzelte aus den Löwen wohl ein paar Prozent Leistung extra heraus. „Waldkraiburg hat den Sieg heute mehr gewollt als wir“, sagte EVL-Coach Dustin Whitecotton, der bis auf Marco Miller und Michal Mlynek wieder alle Mann an Bord hatte.

Das sorgte in der schwungvollen, aber ausgeglichenen Anfangsphase aber nicht für einen Vorteil der Gastgeber. Schon hier hatte der EHC mehr Zug zum Tor von Beppi Mayer, der bei der besten Löwenchance nach neun Minuten durch Michael Trox bereits den Rückstand verhinderte. Vier Minuten später hatten die Islanders ihre beste Offensivszene. Gleich zweimal hatte Troy Bigam im Nachschuss die Chance zur Führung, scheiterte aber am sicheren Löwen- Torhüter Björn Linda.

Leider schlichen sich bei den Lindauern wie so häufig in der Verzahnungsrunde Ungenauigkeiten im Aufbau ein, die nicht nur den Spielfluss lähmten, sondern auch dem Gegner schnelle Konter ermöglichten. Dazu kam dann noch ein krasser Fehlpass von Kapitän Tobi Fuchs im eigenen Drittel genau auf den Schläger von Thomas Vrba. Der bediente sofort Jakub Marek dessen Schuss Mayer überragend parierte – gegen den Nachschuss von Max Kaltenhauser hatte er aber keine Chance (15.).

Nur wenig später bot sich den Gastgebern in Unterzahl die Chance zum Ausgleich, aber Linda stoppte Johann Katjuschenko bei dessen Break famos. Chancen dieser Qualität blieben für den EVL in der Folge Mangelware. Den Islanders fehlten schlicht und ergreifend Kreativität, Biss und Zug zum Tor. Jubeln durften die 791 Zuschauer aber dennoch. Die erste von nur vier Überzahlmöglichkeiten in diesem fairen Spiel nutzten die Lindauer nämlich. Der Treffer in der 24. Minute war schön herausgespielt. Mit viel Übersicht sah Zdenek Cech Sascha Paul rechts am langen Pfosten, der fünf Sekunden vor Ablauf der Strafe ausgleichen konnte.

Groß Schwung daraus ziehen konnten die Lindauer aber nicht. Nur 27 Sekunden später zog EHC- Verteidiger Andreas Andrä von der blauen Linie aus ab und Sebastian Koberger fälschte mit dem Schlittschuh so unglücklich in den Winkel ab, dass Mayer keine Chance hatte. Der erneute Rückstand hinterließ wieder Spuren beim EVL, der sich zwar weiterhin redlich mühte, sich aber gegen die umsichtige Abwehrarbeit der Gäste kaum durchsetzen konnte. Selbst in Überzahl schafften es die Lindauer kaum, die Löwen in ihrem Drittel einzuschnüren.

So hatten die Gäste die besten Möglichkeiten, da sie vor allem spritziger wirkten und gedankenschneller waren. In der 36. Minute war es lediglich Mayer zu verdanken, dass der durchgebrochene Vrba nicht auf 1:3 stellte, was Waldkraiburg aber nur drei Minuten später nachholte. Es war eine sehenswerte Kombination, mit der Vrba, Marek und Kaltenhauser die chancenlose Lindauer Hintermannschaft sezierten. Letzterer schaffte nach Doppelpass mit Marek mit dem 1:3 schon die Vorentscheidung.

Auch wenn die Islanders das Tempo im Schlussabschnitt noch einmal erhöhten – viel mehr als guten Willen konnten sie gegen einen stärkeren und auf einigen Positionen besser besetzten Gegner nicht herausholen. Das Tor zum 2:3 von Jiri Mikesz war 15 Sekunden vor Schluss nur noch Ergebniskosmetik. So blieb den Islanders letztlich nur aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Landsberg der zweite Gruppenplatz.

Mit dem EHV Schönheide kommt es nun ab Freitag (19:30) zu einem Oberligaduell um den Klassenerhalt mit entsprechenden Reisestrapazen für beide Teams. Nur der Sieger darf auch in der kommenden Saison in der dritthöchsten deutschen Spielklasse antreten.

EV Lindau Islanders – EHC Waldkraiburg 2:3 (0:1, 1:2, 1:0). Tore: 0:1 (14:03) Kaltenhauser (Marek, Vrba); 1:1 (23:55) Paul (Powerplay – Cech, Sekula); 1:2 (24:22) Andrä (Trox, Führmann); 1:3 (38:38) Kaltenhauser (Marek, Vrba); 2:3 (59:45) Mikesz (sechster Feldspieler – Cech, Paul). Strafminuten: Lindau 2 – Waldkraiburg 8. Zuschauer 791.

So laufen die Play- Offs. Termine: 24.2., 26.2., 3.3., 5.3. und 7.3.

Die beiden erst- und zweiplatzierten haben Heimrecht. Hier die 1/4-Final-Begegnungen im Überblick:

1.Gr. A Höchstadter EC – 4.Gr. B TEV Miesbach

2.Gr. A ECDC Memmingen – 3.Gr. B HC Landsberg

1.Gr. B EHC Waldkraiburg – 4.Gr. A ESC Dorfen

2.Gr. B EV Lindau Islanders – 3.Gr. A EHV Schönheide