Lindau gewinnt Finale „dahoim“

  • in

Der Traum der EV Lindau Islanders von der Bayernliga- Meisterschaft lebt weiter. Dank einer vor allem im zweiten Drittel überragenden Leistung siegten die Islanders gegen den Höchstadter EC mit 7:2 (2:0, 4:2, 1:0) und glichen in der Finalserie zum 1:1 aus. Mann des Tages war EVL- Goalie Nicolai Johansson, der in seinem erst dritten Einsatz der Saison ein starker Rückhalt für die Lindauer war.

Strahlender Sonnenschein, Schlangen an der Kasse bereits um 15 Uhr – auch von weiter weg waren Eishockey- Fans angereist, um die letzten Tickets für das zweite Finalspiel zu ergattern. Die Eissportarena platzte aus allen Nähten, die Stimmung war großartig bis hin zur Gänsehaut- Atmosphäre bei der von Anja Miller gesungenen Bayernhymne. Auf der Tribüne war das Who is Who des Lindauer Lebens vertreten – auch die Politik- Prominenz: OB Gerhard Ecker, Landrat Elmar Stegmann, MdL Leopold Herz – alle drückten dem EVL die Daumen, vor allem aber einem Mann, der urplötzlich in den Fokus gerückt war: Nicolai Johansson. Nach den Verletzungen von Varian Kirst und Beppi Mayer musste der dritte Torhüter des EVL ran – und er stand seinen Mann. „Ich möchte ihn heute hervorheben, denn er hat gespielt, als ob es das Normalste der Welt sei“, sagte EVL- Coach Sebastian Buchwieser.

Gerade im ersten Drittel machte er mit stoischer Ruhe Gästemöglichkeiten zunichte. Die gab es, obwohl die Islanders mehr vom Spiel hatten und zielstrebiger spielten. Schon nach sieben Minuten hatten 1250 Zuschauer den Torschrei auf den Lippen, aber Martin Sekeras abgefälschter Schuss rauschte knapp am Gästetor vorbei. Weitere sieben Minuten später war es aber der mit 43 Jahren älteste Spieler der Finalserie, der das erste Tor erzielte. Zdenek Cech war zuvor noch knapp an HEC-Torhüter Philip Schnierstein gescheitert, brachte den Puck aber noch einmal vor das Tor, wo sich Sekera durchsetzte und einschoss. „Gegen Höchstadt ist immer wichtig, nicht in Rückstand zu geraten. Das hat uns heute geholfen.“ Denn die Islanders zogen einiges an Euphorie aus diesem Führungstreffer und legten zwei Minuten später noch einmal nach. Wieder war es Sekera, der ins Schwarze traf.

Wer im zweiten Drittel ein Aufbäumen der Gäste erwartet hatte, sah sich zunächst getäuscht. Wieder setzten die Lindauer den ersten Stich. Gerade einmal 64 Sekunden waren gespielt, da bewies Tobi Feilmeier viel Übersicht und spielte einen perfekten Querpass auf Zdenek Cech, der auf 3:0 stellte.

Die Gäste hatten anschließend die große Chance in doppelter Überzahl ihren ersten Treffer zu erzielen. Die Islanders packten aber eines ihrer besten Unterzahlspiele der Saison aus und hielten voll dagegen. Die Pucks, die durchkamen, wehrte Johansson ab.

Ihre größte Chance hatten die Alligators aber danach, als der Puck vom Innenpfosten quer zur Torlinie und wieder hinaus prallte (25.). Effektiver waren die Lindauer, denn nach 27 Minuten spielte Alex Katjuschenko punktgenau zurück auf Marco Miller, der unter die Latte zum 4:0 abschloss. Ein Zwischenstand so unglaublich, dass auch HEC- Goalie Schnierstein entnervt das Eis verließ und für Ronny Glaser Platz machte. Durch die Gäste ging ein Ruck, aber auch das 1:4 (34.) durch Daniel Jun in Unterzahl brachte den EVL nicht ins Wanken. Nur 28 Sekunden später stellte Tobi Fuchs im selben Powerplay den Abstand wieder her, wobei Glaser bei seinem Schuss daneben griff. Wenig später verhinderte er aber gegen Feilmeier das mögliche sechste Lindauer Tor.

Das fiel in diesem Drittel aber doch noch. Wieder zu einem für die Hausherren guten Zeitpunkt. Gerade hatte Tomas Urban einen Schuss von Jun zum 5:2 abgefälscht (39.), als eine Minute später Michal Mlynek einen Alleingang bekam und Glaser mit dem 6:2 keine Chance ließ. „Man hat deutlich gesehen: Wenn wir uns auf unser Spiel konzentrieren, dann können wir Höchstadt schlagen, vor allem, wenn wie heute alles passt“, sagte Team- Manager Sebastian Schwarzbart.

Im Schlussabschnitt lag die Konzentration in manchen Szenen darauf, erst einmal gesund zu bleiben. Der HEC versuchte schon einige Duftmarken in Richtung Spiel Drei zu setzen. So versuchte Daniel Goblirsch bei seiner einzigen Eiszeit im kompletten Spiel, Martin Sekera in eine Schlägerei zu verwickeln und stürzte sich förmlich auf den Lindauer Stürmer. Vollkommen zurecht kassierte er für diese unwürdige Aktion von Schiedsrichter Thomas Buckmann, der die stellenweise emotionale Partie stets souverän leitete, eine Spieldauer- Disziplinarstrafe.

Die Islanders dagegen ließen sich von diesen Aktionen nie beeindrucken und gaben ihre Antwort sportlich: In Überzahl stellte Michal Mlynek zehn Minuten vor dem Ende auf 7:2. Ein in dieser Höhe nie erwarteter Sieg für die Islanders, die damit die Serie wieder ausglichen und ihren Fans am kommenden Sonntag ein weiteres Heimspiel schenken konnten.

Der Vorverkauf dafür beginnt bereits am Dienstag. Diesmal wieder an zwei Stellen. Einmal am gewohnten Platz, der Filiale Aeschach der Sparkasse Lindau –Memmingen – Mindelheim in der Webergasse 1. Dazu für Zuschauer, die von etwas weiter her kommen im Miller‘s Kaffee & Genuss (http://www.millerskaffeegenuss.com) in Ravensburg, Knollengraben 128. Hier ist täglich zwischen 7 und 18 Uhr geöffnet.

Die Vorverkaufszeiten in Lindau:

Dienstag, 24.3.,   8:30 – 12:15 und 14:00 – 16:00 Uhr

Mittwoch 25.3,    8.30 – 12.15 (Nachmittags geschlossen)

Donnerstag 26.3., 8:30 – 12:15 und 14:00 – 17:30 Uhr

Freitag 27.3.,        8:30 – 12:15 und 14:00 – 16:00 Uhr