Keine Punkte in Selb

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Nach vier Siegen in Folge blieben die EV Lindau Islanders erstmals wieder erfolglos. Beim 3:6 (0:2, 1:1, 2:3) erwies sich der Tabellendritte Selber Wölfe als zu stark für die Lindauer.

Es war eine verdiente Niederlage, weil wir kein gutes Spiel abgeliefert haben“, sagte EVL- Teammanager Sebastian Schwarzbart über den Auftritt der Islanders, denen es nicht gelang, die Leistungen der letzten Spiele abzurufen. So war es kein Wunder, dass der meistbeschäftigte Lindauer Spieler im Tor stand: Der 19jährige Nils Velm bekam von Trainer Dustin Whitecotton seine Chance und zeigte eine überaus solide Leistung und deutete damit an, dass er seinen Durchhänger der letzten Wochen wohl überwunden haben könnte.

Für seine Vorderleute war es ungleich schwieriger, zu glänzen. Die Oberfranken waren gut eingestellt auf das Lindauer Spiel und machten nicht den Fehler, den EVL zu unterschätzen. Zwar kamen die Lindauer in der von Selb überlegenen geführten Anfangsphase durch Michal Mlynek (9.) und Kai Laux (11.) zu Konterchancen. Mehr vom Spiel hatten aber die Hausherren, die gerade bei ihrem ersten Powerplay mächtig Druck machten.

Bei den Islanders tauchte in diesem Spiel dann wieder ein überwunden geglaubtes Problem auf: Schnell aufeinander folgende Gegentore. So lagen zwischen dem 1:0 von Selbs Neuzugang Ian McDonald und dem zweiten Treffer von Lanny Gare nur 65 Sekunden.

Ein zwei Tore Rückstand war in den letzten Wochen kein Problem für die Islanders, wie Dustin Whitecotton aber schon früher sagte: „Man kann so einen Rückstand nicht immer wettmachen.“ Zumal der auch noch größer wurde. Gerade hatten die Islanders erfolglos versucht, in Überzahl den Anschluss herzustellen (Florian Lüsch traf nur den Pfosten), als die Gastgeber einen Konter fuhren, den Kyle Piwowarczyk zum 3:0 abschloss (31.).

Wenn man es positiv sehen will, gestalteten die Lindauer dann die zweite Hälfte des Spiels unentschieden. Zwar nutzen sie die doppelte Überzahl ab der 38. Minute nicht, dafür traf Andreas Farny, Sekunden nachdem die Gastgeber wieder komplett waren, doch noch zum 3:1. Er fälschte einen Schuss von Dylan Quaile unhaltbar ab.

Die leise Hoffnung auf ein Comeback währte aber nicht lange. Die Wölfe blieben unbeeindruckt und nutzten eine weitere geistige und sportliche Auszeit des EVL, um die Partie endgültig zu entscheiden. Diesmal schlug es gleich dreimal innerhalb von drei Minuten hinter dem chancenlosen Nils Velm ein. Piwowarczyk in Überzahl (45.) sowie Achim Moosberger und Herbert Geisberger innerhalb von nur 12 Sekunden (47.) erhöhten auf 6:1.

Dass es dann nicht peinlich für die Islanders wurde, sondern sie stabil blieben und seriös weiterspielten, dürfte man dann auch unter „Plus“ abhaken. „Wir haben uns nach Kräften gewehrt und nicht aufgegeben. Das wäre zu einem früheren Zeitpunkt der Saison womöglich anders gewesen“, sagte Schwarzbart. So sorgten Kai Laux und Simon Klingler mit Powerplaytoren in der 53. und 57. Minute für ein freundlicheres Resultat. Am Leistungsgefälle auf dem Eis änderte das allerdings nichts. Es scheint so, als müssten die Lindauer gerade auswärts ihre Punkte eben gegen andere Teams holen.

Selber Wölfe – EV Lindau Islanders 6:3 (2:0, 1:1, 3:2). Tore: 1:0 (14:10) McDonald (Ondruschka, Mudryk), 2:0 (15:15) Gare (Piwowarczyk, Geisberger); 3:0 (30:53) Piwowarczyk (Gare, Kolb); 3:1 (39:23) Farny (Quaile, Jenka); 4:1 (44:08) Piwowarczyk (Ondruschka, Mudryk – PP1); 5:1 (46:46) Moosberger (Pozivil, McDonald); 6:1 (46:58) Geisberger (Gare, Piwowarczyk); 6:2 (52:38) Laux (Quaile, Smith- PP1); 6:3 (56:47) Klingler (Mlynek, Fuchs – PP1). Strafen: Selb 16 + 10 (Deske) –  Lindau 10. Zuschauer: 1134