Islanders stürzen Tabellenführer Deggendorf

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Mit einem geradezu sensationell anmutendem 4:1-Heimsieg (2:0, 1:0, 1:1) gegen den bisherigen Tabellenführer Deggendorfer SC hat sich Eishockey-Oberligist EV Lindau Islanders am Samstagabend eindrucksvoll im Rennen um den achten Play-off-Platz zurückgemeldet. Mann des Abends war EVL-Stürmer Michal Mlynek, der an allen vier Treffern für die Inselstädter beteiligt war.

Bereits nach 64 Sekunden zappelte der Puck zum ersten Mal im Netz des Gehäuses von Cody Brenner. Mlynek war es, der die Scheibe mutterseelenallein in Besitz nahm und den Gästegoalie zur Lindauer Führung überwand. Der EVL-Stürmer war auch der zweite Treffer des Abends vorbehalten: Wie eine Kopie von Tor Nummer eins, sauste Michal Mlynek erneut alleine auf Brenner zu, ließ Kyle Gibbons hinter sich und umspielte auch noch Brenner zum 2:0-Pausenstand (14.).

Überhaupt kamen die Lindauer Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die Islanders überzeugten durch einen tadellosen Auftritt, glänzten in praktisch allen Belangen. Sowohl in den Zweikämpfen als auch in der Verteidigung hatte die Mannschaft von EVL-Headcoach Dustin Whitecotton stets die richtigen Antworten parat und ließ ihre Gegenspieler nicht zur Entfaltung kommen. Fast schien es so, als sei der Deggendorfer SC abgemeldet. „Es war heute eine Meisterleistung. Taktisch waren wir sehr gut“, lobte denn auch Whitecotton nach Spielschluss.

Schlüsselszene zum Erfolg war sicher auch das überstandene, doppelte Unterzahlspiel der Islanders zu Beginn des Mitteldrittels, in der sie mit viel Einsatz und Geschick einen Gegentreffer verhinderten. Als Andreas Farny eine Traumkombination über Mlynek und Simon Klingler zum 3:0 abschloss, stand die Eissportarena im Eichwald schier Kopf. Farny, fein bedient von Dylan Quaile, mit seinem zweiten Tor nach 47 Minuten machte den Deckel drauf. Das 4:1 von Milos Vavrusa für die enttäuschenden Gäste in der Schlussminute war reine Ergebniskosmetik.

Das die Islanders vor heimischer Kulisse eine überzeugende Vorstellung geboten hatten, bescheinigte auch der DSC-Coach in der anschließenden Pressekonferenz im Eisstüble: „Gratulation an Dustin. Es war ein verdienter Sieg für die Lindauer. Sie waren in allen Belangen die bessere Mannschaft“, zollte der Kanadier John Sicinski seinem Landsmann und Trainerkollegen Whitecotton großen Respekt für die gezeigte Leistung. „Ich freue mich auf ein Wiedersehen in der Meisterrunde“, fügte der Gästecoach hinzu und setzte damit noch eins obendrauf.

Dass es bis dahin noch ein weiter Weg sein wird, wissen die Spieler um Dustin Whitecotton wie auch die EVL-Verantwortlichen und das gesamte Betreuerteam nur allzu gut. Stehen doch die Blue Devils aus Weiden nach ihrem knappen Overtime-Heimerfolg gegen den ERC Bulls Sonthofen mit aktuell 36 Punkten um drei Zähler vor Lindau auf dem so heiß ersehnten achten Tabellenrang, der zur Play-off-Teilnahme berechtigt. Überdies es geht jetzt Schlag auf Schlag: Gleich am Dienstagabend (ab 19.30 Uhr) zu Hause gegen den wiedererstarkten EHC Waldkraiburg steht die nächste, große Herausforderung für den EV Lindau auf dem Programm.