Islanders machen es zweistellig

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Mit dem 10:5-Heimerfolg (3:1, 4:1, 3:3) am Dienstagabend vor knapp 1000 Zuschauern, darunter 200 Mitgliedern aus mehr als 20 Vereinen in der Eissportarena im Eichwald haben die EV Lindau Islanders in der laufenden Saison 2017/18 der Eishockey-Oberliga Süd ihr erstes zweistelliges Ergebnis eingefahren. Durch die zeitgleiche 2:5-Heimniederlage der Blue Devils Weiden gegen den EV Landshut tauschten die Lindauer mit den Oberpfälzern den Tabellenplatz und stehen nun wieder auf dem achten Rang.

Genau diese Platzierung würde in der Schlussabrechnung am 14. Januar, dem letzten Spieltag der Hauptrunde, nicht nur zur Play-off-Teilnahme berechtigen, sondern auch den vorzeitigen Klassenerhalt bedeuten. Durch den hauchdünnen 4:3-Sieg des ERC Sonthofen (46 Punkte) am 28. Spieltag zu Hause gegen die Eisbären Regensburg (43) sind die Allgäuer praktisch nicht mehr von einem Platz unter den ersten Acht zu verdrängen.

Somit stehen die kommenden beiden Spielwochenenden für die Mannschaft von EVL-Headcoach Dustin Whitecotton ganz im Zeichen des Zweikampfs mit den punktgleichen Blue Devils aus Weiden (36) um den letzten, freien Play-off-Platz. Diesen können die Memminger Indians (23 Zähler), die bei noch vier ausstehenden Spielen am Dienstag ihr Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Starbulls Rosenheim mit 2:3 verloren, nicht mehr erreichen.

„Jedes Spiel ist jetzt ein Endspiel“: Das war die von den EVL-Verantwortlichen ausgegebene Parole im Vorfeld des Gastspiels des amtierenden BEV-Play-off-Meisters aus Waldkraiburg am Bodensee, der die Lindauer in der Finalserie 2016/17 mit 3:2 bezwungen hatte. Trotz des 5:3-Hinspielerfolgs Mitte November waren Whitecotton & Co. vorgewarnt – hatten die Löwen in den vergangenen Wochen unter anderem den EV Landshut und den Starbulls Rosenheim schmerzliche Niederlagen zugefügt.

Entsprechend fokussiert gingen die Islanders in die Partie – und schlugen in der Folge zweimal doppelt zu: Michal Mlynek, fein bedient durch Andreas Farny, eröffnete den Torreigen (8.). Nur 20 Sekunden danach traf Kai Laux nach einer schönen Kombination, Timm Brunnhuber erhöhte fast exakt zehn Minuten später auf 3:0. Damit war auch der Plan von Gästecoach Rainer Zerwesz durchkreuzt, der von Beginn an versuchte, den Spielaufbau der Lindauer durch frühzeitiges Stören zu unterbinden. Einziger Wermutstropfen zu diesen Zeitpunkt war der 1:3-Anschlusstreffer von Lukas Wagner, der das Zuspiel von Michail Guft-Sokolov hinter dem Gehäuse schön in den Winkel des von David Zabolotny gehüteten EVL-Tores schlenzte. Nachdem EHC-Kontingentmann Brent Noris (Assist: Michael Trox) nach 25 Minuten auf 2:3 verkürzte, witterten die Löwen Morgenluft.

Doch dann begann die stärkste Phase der Islanders, die bis zur zweiten Drittelpause vorentscheidend auf 7:2 davoneilten. Je zweimal Simon Klingler (26./40.) sowie Florian Lüsch mit dem zweiten Doppelschlag des Abends (36.) brachten ihr Team auf die Siegerstraße – den Rest besorgten Klingler, Farny und Sascha Paul im Schlussabschnitt: Sie schraubten das Resultat nach oben in den zweistelligen Bereich, ließen ansonsten die Scheibe laufen und kontrollierten, trotz dreier Gegentreffer, letztlich sicher das Spiel. Jeff Smith, der wegen einer Gehirnerschütterung erneut nicht mitspielten konnte und den höchsten Sieg seiner Mannschaft von der Pressetribüne aus verfolgte, steht nach Auskunft der Mannschaftsverantwortlichen weiterhin unter ärztlicher Aufsicht. Sein Einsatz ist weiterhin ungewiss. Auch deshalb wolle man kurzfristig auf dem Transfermarkt zuschlagen, wie EVL-Vorsitzender gegenüber unserer Zeitung versicherte. Man darf gespannt sein, mit wem sich die Lindauer in der heißen Phase der Hauptrunde noch verstärken werden.