Final-Revanche geht an Höchstadt

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Gestürmt, Geschossen, Gekämpft – aber nicht gewonnen. Die EV Lindau Islanders mussten in der Neu-Auflage des Bayernliga-Finals eine bittere 1:4 (0:2, 1:0, 0:2) Niederlage gegen den Höchstadter EC hinnehmen – Im vierten Heimspiel bereits die zweite Niederlage in der Eissportarena.

Selten waren sich die Beteiligten waren nach einem Spiel der beiden Rivalen so einig wie diesmal. „Wir haben mit Glück gewonnen“, sagte HEC-Trainer Stan Mikulenka, hob aber auch den Kampfgeist seiner Mannschaft hervor, den auch EVL-Coach Sebastian Buchwieser anerkannte. „Wer 4:1 gewinnt, hat es verdient, ganz einfach.“

Nach einer druckvollen Anfangsphase des EVL, in der Philipp Haug den Führungstreffer in Überzahl knapp verpasste, entwickelte sich eine zunächst ausgeglichene Partie. Die taktisch klug agierenden Gäste setzen dann den ersten Stich. Bei einer angezeigten Strafe gegen die Islanders kamen die Alligators mit einem Feldspieler mehr zur Führung durch Daniel Jun (8.). Danach erhöhten die Lindauer den Druck, konnten aus weiteren Chancen kein Kapital schlagen, mussten aber auch bei den schnellen Gegenzügen der Gäste auf der Hut sein. So verhinderte Beppi Mayer nach 13 Minuten bei einem Konter das 0:2. In Überzahl zeigte der Vize-Meister dann aber erneut seine Klasse und erhöhte noch vor der Drittelpause durch Andre Lenk auf 0:2 (15.).

Mit wütenden Angriffen kam der EVL aus der Kabine und erspielte sich bald einige Möglichkeiten, aber immer wieder stand der überragende Carsten Metz im Höchstadter Tor im Weg. „Zum Teil haben wir auch zu wenig geschossen, zum Teil sind wir aber auch an einem Super-Torwart gescheitert“, sagte Buchwieser, dessen Team hart arbeitete, bisweilen aber auch in Unterzahl geriet, weil die Gäste durchaus clever die Vorteile der Gravitation für sich ausnutzten.

Hoffnung gab es für 805 Zuschauer (Saisonrekord) dann in der 28. Minute. Marko Babic erfasste den freien Raum am schnellsten, spielte Martin Sekera frei, der zum Anschlusstreffer einschob. Auch im Schlussabschnitt dominierte zunächst der EVL, bei dem Stand By Spieler Marco Miller in der Abwehr seinen ersten Saisoneinsatz hatte. Zdenek Cech und Jiri Mikesz scheiterten jeweils knapp.

Der Schwung wurde allerdings jäh durch eine unglückliche Aktion vom Sascha Paul gebremst. Im Kampf um die Scheibe checkte der EVL-Stürmer seinen Gegner Richard Stütz und traf ihn dabei unabsichtlich offenbar am Kopf, wofür das Schiedsrichtergespann eine Matchstrafe aussprach, da sich der Höchstadter dabei verletzte. Fünf Minuten lang mussten die Lindauer daraufhin in Unterzahl agieren, zwei Minuten sogar mit zwei Mann weniger. Mit großem Einsatz und guten Paraden von Mayer verhinderten die Islanders aber das 1:3 und bestürmten, sobald komplett, wieder das Gästetor. Michal Mlynek hatte dabei eine Doppelchance, Babic scheiterte danach freistehend an Metz, der dann auch noch zweimal im richtigen Moment das Tor verschob und Lindauer Tormöglichkeiten damit im Keim erstickte.

So kam es wie es im Sport dann meistens kommt – der HEC konterte sich zum Auswärtssieg. Neun Minuten vor dem Ende erhöhte Tomas Urban auf 1:3. Zwar kam noch einmal ein Aufbäumen der Gastgeber, aber als sie den Torhüter vom Eis genommen hatten und Cech eine Kontersituation durch ein Foul unterband, entschied Schiedsrichter Florian Feistl folgerichtig auf technisches Tor für die Alligators, was den Endstand von 1:4 bedeutete.

Dass die Lindauer Fans die Mannschaft anschließend für ihren Einsatz feierten, war bemerkenswert und zeigte ein feines Gespür des Publikums für die Leistung der Mannschaft. „Man kann heute auch niemand einen Vorwurf machen“, sagte Sebastian Buchwieser. „Ich hoffe, das gleicht sich bald wieder aus.“ Man wird sich ja nochmals treffen in dieser Saison und die Islanders gewinnen wohl auch lieber das letzte Saisonspiel gegen Höchstadt, als das erste.

Bilder by Betty Ockert

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