Bulls holen sich die Punkte

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Der Bericht unseres Medienpartners Lindauer Zeitung

Herber Rückschlag für die EV Lindau Islanders im Kampf um die Play-off-Plätze: Mit 1:3 (0:1, 0:0, 1:2) hat der Eishockey-Oberligist am Dienstagabend vor rund 1140 Zuschauern in der Eissportarena im Eichwald verloren. „In den ersten 30 Minuten waren wir einfach nicht präsent“, sagte EVL-Coach Dustin Whitecotton kurz nach Spielschluss.

In der Tat zeichnete sich bereits im ersten Drittel deutlich ab, dass es für die Lindauer an diesem Abend ein hartes Stück Arbeit werden würde, um gegen die Allgäuer zu bestehen. Denn nach ausgeglichenem Beginn beider Mannschaften schlugen die Gäste gleich mit ihrer ersten Torchance eiskalt zu. Im Getümmel vor dem Kasten von EVL-Goalie Nils Velm landete die Scheibe nach einem Abwehrversuch seiner Vorderleute goldrichtig auf dem Schläger von Martin Guth, der nur noch einzuschieben brauchte (4.) – sehr zur Freude der zahlreich mitgereisten Anhänger der Bulls.

Die Islanders antworteten postwendend, mehr als ein erster Warnschuss von Michal Mlynek sprang allerdings zunächst nicht heraus (6.). Ganz im Gegenteil: Urplötzlich stand, nach einem abgefälschten Pass, Maximilian Hadraschek mutterseelenallein vor Velm, der jedoch prächtig parierte (9.). Bis zur ersten Drittelpause war Sonthofen stets einen Tick zwingender unterwegs. Vor allem das Stürmerduo Chris Stanley/Kyle Just harmonierte prächtig – und hatte Pech, als Stanley nach feinem Zuspiel von Just den Schläger dazwischen hielt, jedoch knapp das Lindauer Tor verfehlte (13.).

Kurz zuvor erwischte EVL-Verteidiger Tobias Fuchs einen Puck als Abpraller, konnte jedoch gegen Patrick Glatzel nicht zum Ausgleich vollenden. Mitten in einer kleinen Drangphase der Gastgeber dann Riesenglück für die Mannen von EVL-Headcoach Dustin Whitecotton, als der Sonthofener Marco Sternheimer – auf Zuspiel von Hadraschek – nur den Außenpfosten traf. Bis dato konnte auch Jeff Smith von seinen Nebenleuten nicht gut in Szene gesetzt werden, zumal der EVL-Stürmer von den Sanitätern wiederholt am blutenden Kinn behandelt werden musste.

Auch das Mitteldrittel war arm an hochkarätigen Tormöglichkeiten. Der ERC Sonthofen verteidigte weiter geschickt den knappen Vorsprung und hätte in der 35. Minute auf 2:0 erhöhen können: Nachdem Tim Brunnhuber an der Mittellinie die Scheibe an Ralf Rinke , sauste dieser alleine aufs Tor von Nils Velm zu – und wurde von hinten durch Martin Wenter regelwidrig behindert: Penalty für Sonthofen. Hier hatte Velm das Glück des Tüchtigen und ließ den Puck nicht durch seine Schoner hindurch.

Miserabel auf beiden Seiten bis ins Schlussdrittel hinein: die Ausbeute im Überzahlspiel. Weder die zweimalige Hinausstellung des Sonthofener Kontingentspielers Vladimir Kames (22./36.) und Sternheimer (9.), noch die Zwei-Minuten-Strafe von Simon Klingler (27.) ergaben Zählbares. Als Miroslav Jenka kurz vor der letzten Drittelpause vor dem ERC-Gehäuse auftauchte und abzog, hatten die Lindauer Eishockeyfans den Torschrei zum 1:1 auf den Lippen. Doch der gut aufgelegte Bulls-Goalie Patrick Glatzel fischte das Spielgerät von seiner Torlinie (38.).

So richtig packend und spannend ging es erst in den abschließenden 20 Minuten auf der Eisfläche der Lindauer Eissportarena zu – allerdings erst nach der 2:0-Führung der Gäste aus dem Allgäu: Sean Morgan bediente Hadraschek, der legte vor dem EVL-Gehäuse wunderbar quer auf die andere Seite zu Sternheimer, der unbedrängt einschoss (44.). Als Kai Laux vier Minuten später (Assist: Sascha Paul) auf 1:2 verkürzte, keimte Hoffnung bei den Islanders auf. Doch nutzten diese ein erneutes Überzahlspiel, Rinke stellte Jenka ein Bein und musste auf die Strafbank, nicht aus. Nachdem Whitecotton Nils Velm herausnahm, machte Sternheimer mit seinem zweiten Treffer des Abends per Empty-net-Goal für die Bulls alles klar.

Gleich am Donnerstagabend treffen die Islanders und die Bulls in Sonthofen erneut aufeinander.