6:3! Islanders gleichen aus

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Der Spielbericht unseres Medienpartners Lindauer Zeitung:

Weiterhin alles offen im Titelrennen um die bayerische Play-off-Eishockeymeisterschaft: Nach der klaren 3:7 (2:2, 1:3, 0:2)-Niederlage der EV Lindau Islanders am Freitagabend in Memmingen ist die Mannschaft von EVL-Coach Mike Muller am Sonntag in der heimischen Eissportarena im Eichwald zurückgekommen – und wie: Mit 6:3 (2:1, 2:1, 2:1) schickten die Lindauer die Indians nach Hause. Da die Finalserie in dieser Saison im Modus „Best of three“ ausgetragen wird, kommt es am Dienstag ab 20 Uhr am Memminger Hühnerberg zum Showdown um den Pokalgewinn.

Wie schon knapp 48 Stunden zuvor beim ersten Aufeinandertreffen, lag auch am Sonntagabend in Lindau ein Hauch von Feststimmung in der Luft. Zum zweiten Mal erklang vor Spielbeginn die Bayernhymne an diesem Wochenende. Anja Miller – die bereits vor drei Jahren in der Finalrunde der Islanders gegen Höchstadt und letztes Jahr gegen Waldkraiburg auftrat und auch diesmal ohne musikalische Begleitung auskam – sang das Nationallied des Freistaates und verzauberte mit ihrer Stimme die 1250 Besucher im ausverkauftem Eichwaldstadion. Inmitten der Eisfläche: der glitzernde Pokal, das Objekt der Begierde beider Eishockeyvereine.

Nach der 3:7-Niederlage in Memmingen standen die Lindauer unter Zugzwang. Mit einem weiteren Sieg wäre das Meisterschaftsrennen vorzeitig zugunsten der Indians entschieden. Schätzungsweise 300 Gästefans waren erschienen, um ihre Mannschaft zum Titelgewinn anzupeitschen. Und nach sechs gespielten Minuten hatten sie erstmals Grund zum Jubel: Patrik Beck fand die Lücke im Lindauer Verteidigungsbollwerk und passte zu Lubor Pokovic, der zum 1:0 einnetzte.

Es dauerte mehr als zehn Minuten, bis der EVL überhaupt zu seiner ersten Chance kam – hier allerdings höchst effektiv umging: Nach hohem Stock gegen Zdenek Cech musste Marc Stotz für zwei Minuten die Strafbank drücken. Im Powerplay legte Jeff Smith herrlich quer auf Dylan Quaile, der zum 1:1 ausglich (13.). Auch das nächste Überzahlspiel gestalteten die Islanders erfolgreich: Als Quaile kurz vor der blauen Linie abzog, hielt Smith den Schläger dazwischen und drehte den Puck an Gästegoalie Jochen Vollmer vorbei zur erstmaligen Führung für Lindau. Anders als noch in Memmingen, brach der EV Lindau im Mittelabschnitt nicht ein, sondern vergrößerte seinen Vorsprung vor dem Schlussdrittel auf 4:2.

Erst stocherte Michal Mlynek (31.) den Puck an Vollmer zum 3:1 vorbei ins gegnerische Gehäuse (31.), später vollendete Tobias Fuchs in erneuter Überzahl zum 4:2. Kurz zuvor kamen die Memminger Indians allerdings durch Daniel Huhn (35.) wieder heran.

Nachdem Miroslav Jenka (Assist: Cech, Mlynek) in der 45. Spielminute auf 5:2 stellte, stand die Lindauer Eissportarena schier Kopf. Doch Memmingen schlug durch Kirils Galoha zurück (5:3, 53.). Nach einer Auszeit setzten die Indians alles auf eine Karte, Torhüter Vollmer blieb auf der Bank. Zu sechst belagerten die Gäste das Tor von EVL-Goalie David Zabolotny. Doch die Islanders blieben cool, im dritten Versuch schob Florian Lüsch per Emty-net-Goal zum 6:3-Endstand ein.

Danach galten die Ovationen Sascha Paul. Der Mann mit der Nummer 9 absolvierte sein letztes Spiel als Aktiver im Eichwald, wurde von Fans zu mehreren Ehrenrunden und zum Tanzen aufgefordert und begeistert gefeiert. Einmal noch wird er das Islanders Trikot am Dienstag anziehen und dann hoffen alle, dass er mit seinem Team den Pokal zur Saisonabschlussfeier am Donnerstag in die Eissportarena mitbringen wird.